Intern

Geschichte

Gewaltige Brände in den Jahren 1723 (erste schriftliche Aufzeichnungen) bis 1881 ließen den Ruf nach einer "Freiwilligen Feuerwehr" immer lauter werden. Als ein Brand im Jahre 1881 das gesamte Hab und Gut einer Neusiedler Familie vernichtete, ergriffen einige beherzte Bürger die Initiative und gründeten die "Freiwillige Feuerwehr Neusiedl am See". Am 18. September 1881 fand die konstituierende Gründungsversammlung statt. Marktrichter Johann Silbernagel wurde als Obmann, Ratsherr Johann Amon als sein Stellvertreter gewählt. Kommandant wurde der Advokat Julius von Fehervary, der zugleich auch mit den Agenden des Schriftführers betraut wurde.
So taten also verantwortungsbewusste Männer den ersten Schritt, um für Neusiedl eine Institution zu schaffen, die unumgänglich notwendig war. Ohne Unterschied des Standes erklärten sie sich bereit, auf freiwilliger Basis des Nächsten Hab und Gut vor dem verheerenden Element Feuer zu schützen. Und nun erfolgte Schlag auf Schlag ein mustergültiger Auf- und Ausbau der jungen Freiwilligen Feuerwehr von Neusiedl am See.

1882

Anschaffung der ersten Saugdruckspritze. Ausrüstung mit einer zweiteiligen Stützenleiter, mit zwei Fensterleitern, 9 Dachleitern, 69 Tuchhosen, 87 Zwilchblusen und 76 Zwilchhosen. Die Wehr hat bereits 70 Mitglieder. Die praktische Ausbildung durch einen Berufsfeuerwehr-Exerziermeister namens Voigt aus Pressburg bringt die Wehr rasch auf die Höhe der Zeit. Es wird auch der Vorspann für Hilfeleistungen in den Nachbargemeinden geregelt.

1886

Die Freiwillige Feuerwehr Neusiedl am See hat einen Stand von 100 ausübenden und 186 unterstützenden Mitgliedern. An Stelle des verstorbenen Präsidenten Johann Silbernagel wird Johann Amon zum Präses gewählt.

1889

In Neusiedl am See wird der 3. Komitatsfeuerwehrtag abgehalten; eine Anerkennung für die tüchtige Ortsfeuerwehr.

1890

Heinrich Dinagl wird mit überwältigender Stimmenmehrheit zum Hauptmann gewählt.

1892

An der Generalversammlung nehmen 49 ausübende und 116 unterstützende Mitglieder teil, die beschließen, dass die Wehr dem Landesunterstützungsfonds beitritt. Ebenso wird eine Neuuniformierung der Feuerwehrmänner beschlossen, für deren Kosten die Wehr aufkommt.
Herr Julius von Szabo wurde zum Ehrenkommandanten gewählt.

1893

Außerordentliche Generalversammlung - 54 ausübende und 63 unterstützende Mitglieder wählen Edmund von Neuberg zum Oberkommandanten.

1896

Die Wehr erhält einen neuen Gerätewagen und sechs Wachmäntel.

1897

Ankauf einer Saugdruckspritze, wofür die Mannschaftskassa 300 Gulden vorschießt, die der Feuerwehr von der Gemeinde nach vier Jahren zurückbezahlt werden. Weihe der Spritze am 27. Juli durch Pfarrer Karl Horak.

1906

Der Jahresbericht zeigt folgenden Stand auf: 74 Feuerwehrmänner.

1914

Ausbruch des 1. Weltkrieges. Es müssen gleich 20 Feuerwehrkameraden einrücken.

1915

Aus der Feuerwehrkassa werden zwei Kriegsanleihen mit 1883 Kronen gezeichnet. Beteiligung der Wehr an der Aktion "Liebesgaben für unsere im Felde stehenden Krieger".

1917-1918

Durch die Wirren des 1. Weltkrieges geht der Mannschaftsstand bis auf 11 Aktive zurück.

1922

Aus der Feuerwehrkassa werden 20.000 Kronen zur Errichtung eines Kriegerdenkmales und 10.000 Kronen zur Beschaffung von neuen Glocken gegeben.
Kommandant Edmund von Neuberg wird zum Obmann des Bezirksverbandes für Feuerwehr- und Rettungswesen Neusiedl am See gewählt.

1923

Kamerad Viktor Horvath wird zum Feuerwehr-Bezirksinspektor ernannt.

1924

Der II. Bezirksfeuerwehrtag wird in Neusiedl am See abgehalten und gleichzeitig mit der Fahnenweihe verbunden (9. Juni). Fahnenpatin ist Frau Katharina Günther.

1926

Kamerad Stephan Sichra wird zum Kommandanten gewählt. Die Landesregierung schafft ein Rettungsauto für den Bezirk Neusiedl am See an, das der Freiwilligen Feuerwehr Neusiedl am See überantwortet wird.

1927

Weihe einer neuen Autospritze mit "vorne eingebauter Pumpe", das modernste Gerät für Neusiedl und Umgebung. Landeshauptmann Hofrat Rauhofer, der Obmann des Burgenländischen Landesfeuerwehrverbandes und Landesfeuerwehrinspektor Dir. Michael Postl sind als Gäste bei der Weihe anwesend.

1929

In Neusiedl am See wird der 4. Burgenländische Landesfeuerwehrtag durchgeführt, ein "Festtag für die ganze Gemeinde, zu dem auch Kameraden aus dem südlichsten Zipfel des Landes kamen". Es ist aber auch ein Jubeltag für die Wehren des Bezirkes Neusiedl am See. 18 Feuerwehren werden mit Motorspritzen beteilt. Die Anschaffungskosten werden aus dem Versicherungsfonds getilgt.

1931

In der Hauptversammlung wird die Aufstellung einer Jungfeuerwehr beschlossen. Die Jugend soll im Geist der Feuerwehr erzogen werden, um später einmal die Lücken zu füllen.
Die Freiwillige Feuerwehr Neusiedl am See feiert in diesem Jahr ganz groß ihr 50-jähriges Bestandsjubiläum.

1936

Die Freiwillige Feuerwehr Neusiedl am See erhält ein Gerätehaus.

1938-1947

Als 1938 der Anschluss Österreichs an Deutschland ("Großdeutschland") erfolgt und 1939 der 2. Weltkrieg ausbricht, gibt es für die Freiwillige Feuerwehr Neusiedl am See einen schweren Rückschlag. Bald muss ein Großteil der Feuerwehrmänner einrücken. Das führt 1942 zur Aufstellung einer HJ-Feuerwehr (Hitlerjugend-Feuerwehr) und 1943 sogar zur Installierung einer Frauenfeuerwehr. Leider sind uns darüber die meisten Aufzeichnungen abhanden gekommen. Die jungen Burschen und auch die Frauen gaben sicherlich ihr Bestes, um den notwendigen Feuerschutz zu gewähren. 1944 erhalten sie sogar einen Mercedes-Feuerwehrwagen. Aber das Fehlen der im Felde weilenden Männer macht sich im Feuerwehrwesen überall im Lande bemerkbar.

Als 1945 der fürchterliche Krieg sein Ende findet, ist das Feuerwehrwesen im ganzen Lande zerschlagen. In den turbulenten letzten Kriegstagen und in der ersten Zeit der Besetzung unseres Landes durch fremde Soldaten erleidet das Feuerwehrwesen arge Verluste an Mann und Gerät. Auch die Freiwillige Feuerwehr Neusiedl am See liegt arg darnieder. Aber durch die Initiative von Bezirksfeuerwehrkommandant Viktor Horvath, der bald darauf Landesfeuerwehrkommandant wird, kommt bereits Ende 1945 neues Leben in die Feuerwehr. Die Freiwillige Feuerwehr von Neusiedl am See wird neu aufgestellt. Besonderer Verdienst gebührt hier ihren damaligen Kommandanten Viktor Horvath sen., Josef Karner, Josef Vollath und Johann Sachadonitschek. 1946 wird ein alter Ford-Wagen in Betrieb genommen. 1947 ein Chevrolet. Eine Sirene und ein alter Wehrmachtsanhänger kommen dazu.

1948

In Neusiedl am See wird eine Altstoff- und Lumpensammlung durchgeführt, wodurch die ersten Feuerwehruniformen angeschafft werden können.

1949

Anschaffung eines Löschfahrzeuges Opel-Blitz mit Vorbaupumpe. Nun geht es rasch aufwärts. Der Mitgliederstand ist alsbald wieder in der notwendigen Höhe aufgefüllt. In Neusiedl am See gibt es wenige Jahre nach dem totalen Zusammenbruch von 1945 wieder eine disziplinierte und verantwortungsbewusste Freiwillige Feuerwehr. Die Zeit der Improvisation ist bald überwunden, nur hinsichtlich der Geräte dauert sie noch etwas an. Aber gerade hier bewähren sich die Feuerwehrmänner großartig.

1950

Die Freiwillige Feuerwehr Neusiedl am See bekommt ein Überlandfeuerlöschgerät (zum Einsatz im ganzen Bezirk).

1956

Die Freiwillige Feuerwehr Neusiedl am See weist einen Aktivstand von 62 Mann auf. Am 12. August finden in Neusiedl die 1. Burgenländischen Landesfeuerwehrleistungsbewerbe und der 7. Burgenländische Landesfeuerwehrtag statt.

1959

Anschaffung einer neuen VW-Pumpe.

1963

Inbetriebnahme eines neuen Löschfahrzeuges "Opel-Blitz" mit Vorbaupumpe.
Die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr Neusiedl am See als Stützpunktwehr wird immer größer.

1973

Aus dem Katastrophenfond erhält die Wehr im März ein Kleinrüstfahrzeug "Ford 150". Im Dezember wird ein Ölalarmfahrzeug, auch aus dem Katastrophenfond, übergeben.

1975

Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses und Weihe. Josef Rittsteuer wird zum Kommandanten bestellt. Die Sparkasse Neusiedl am See spendet einen VW-Pritschenwagen mit einer aufgebauten "Seethaler-Drehleiter".

1980

Der Landesfeuerwehrverband übergibt ein schweres Rüstfahrzeug mit Kran, SRF-13, der Stadtfeuerwehr Neusiedl am See. Das Kleinrüstfahrzeug wird an die Feuerwehr Parndorf abgetreten. Anschaffung eines hydraulischen Rettungssatzes.

1981

100-Jahr-Feier der Stadtfeuerwehr Neusiedl am See und Bezirksfeuerwehrtag. Gleichzeitig übergibt die Gemeinde ein Tanklöschfahrzeug "TLF 4000 Spezial" an den Kommandanten.

1982

Der Stand der Stadtfeuerwehr Neusiedl am See weist 73 aktive Männer, 4 Reservisten und 3 Jungfeuerwehrmänner auf.

1999

Am 2. Mai erfolgt die Fahrzeugweihe für das MTF (Mannschaftstransportfahrzeug), ELF (Einsatzleitfahrzeug) und den KAT (Katastrophen-LKW).

2002

Segnung des neuen Feuerwehrhauses in der Satzgasse 9 am 4. Mai 2002.

2003

Der Stand der Stadtfeuerwehr Neusiedl am See weist 75 aktive Mitglieder, 11 Jungfeuerwehrmitglieder und 7 Reservisten auf. Am 6. Juni wird das neue SRF (Schweres Rüstfahrzeug) in den Dienst gestellt.

2004

Übergabe eines Spreitzers am 6. Feber durch die Firma Miletich, Parndorf, an die STF Neusiedl. Der Mitgliederstand per 27. April weist 81 aktive Mitglieder, 14 Jungfeuerwehrmitglieder und 7 Reservisten auf. Am 2. Mai findet im Zuge des Tags der Feuerwehr die Fahrzeugweihe für das neue SRF statt.

Am 22.12.2004 wurde die neue Teleskopmastbühne, TMB23-12, an die Stadtfeuerwehr Neusiedl am See übergeben.

2005

Der neue Hubsteiger "Bronto Skylift" wurde am 8.Mai 2005 gesegnet und offiziell in den Dienst der Stadtfeuerwehr gestellt. Im September erfolgte die Übergabe einer Wärmebildkamera durch das LFKDO.

2006

Am 1. September 2006 wurde das neue Arbeitsboot der Stadtfeuerwehr Neusiedl am See gesegnet und offiziel in den Dienst gestellt.

2008

Am 4. Mai 2008 Segnung des neuen TLF 4000 im Rahmen des Festes zum Tag der Feuerwehr.

Kommandanten

  • Julius von Fehervary 1881 - 1890
  • Heinrich Dinagl 1890 - 1891
  • Leonhard Wolf 1891 - 1893
  • Johann Hollosy 1893
  • Edmund von Neuburg 1893 - 1923
  • Christian Seitz 1923 - 1926
  • Stephan Sichra 1926 - 1932
  • Johann Böhm 1932 - 1934
  • Franz Tschida 1934 - 1935
  • Peter Sutrich 1935 - 1936
  • Josef Karner 1936 - 1938
  • Josef Vollath 1938 - 1941
  • Viktor Horvath sen. 1941 - 1945
  • Josef Karner 1945 - 1946
  • Josef Vollath 1947 - 1948
  • Johann Sachadonitschek 1948 - 1956
  • Stefan Gumatz 1956 - 1965
  • Emmerich Strauß 1965 - 1975
  • Josef Rittsteuer 1975 - 1990
  • Josef Haider 1991
  • Johann Köstner 1991 - 1996
  • Anton Kandelsdorfer 1996 - 2010
  • Christian Harrer seit 2011